Hawaii, the Big Island // Lava, Strand und viel Zeit im Auto…

Hawaii, the Big Island // Lava, Strand und viel Zeit im Auto…

Big Island? Der Name ist Programm!

Big Island ist nicht nur die größte Insel der Inselgruppe, die Hawaii ausmacht. Big Island ist auch die Insel, auf der Lava aktiv ins Meer fließt, die Uhren etwas langsamer gehen und insgesamt alles von der Macht Peles, der hawaiianischen Feuer bzw. Vulkangöttin abhängig zu sein scheint. Denn Sie entscheidet nicht nur über jeden Schritt sondern auch darüber, ob Dörfer dem Erdboden gleich gemacht werden oder doch nicht  – mit Vulkanausbrüchen und Lavaflüssen, die mal hierhin und mal dorthin fliessen.

Selbst der Blick auf die Karte bereitet einen nicht auf das vor, was man vor Ort sieht – schwarze Lavafelder neben den schönsten Stränden, Kaffeeplantagen und Regenwald neben verbrannten Bäumen. Schwarze Strände, rote Strände und grüne Strände. Man springt ins Wasser und schnorchelt mit Schildkröten, beobachtet die Sterne auf dem Vulkan, schaut sich die Zerstörungswut Peles an um abschliessend in Hilo – der wohl schönsten Stadt Hawaiis – Kombucha aus eigener Herstellung oder den inseleigenen Kona-Kaffee zu trinken.

Die Vielfalt von Big Island erfordert es, dass man ein paar Dinge berücksichtigen sollte, will man auch nur einen Hauch der Dinge sehen, die diese Insel ausmachen. Sonst läuft man Gefahr, an einer Ecke fest zu hängen und – auch wenn diese Ecke schön sein mag – etwas zu verpassen.

Daher nun die tipptopp Tipps, wie man Big Island mit und ohne Baby im Schlepptau unsicher macht – von uns getestet oder auf die harte Tour gelernt.

Tipptopp #1: Ein Auto ist ein Muss

Auf Big Island gibt es kaum Busse und die Distanzen sind groß. Nicht neu für die USA, stimmt schon. Auf Maui und Oahu kann man aber zum Beispiel sehr gut einige Tage ohne Auto zurechtkommen. Will man etwas von Big Island sehen, ist ein Auto jedoch ein absolutes Muss. Und für die Spitze des Mauna Kea sollte es zusätzlich ein Allrad-Auto sein. Sonst kommt man die Schotterpisten nicht hinauf.

 

Tipptopp #2: Verschiedene Unterkünfte an verschiedenen Orten buchen

Wir haben eine tolle Hütte gebucht. Wunderschön, gemütlich und ruhig, in der Nähe von Captain Cook. Eigentlich ok, aber leider war die Fahrzeit zu den schönen Stränden im Nordwesten der Insel lange. Sehr lange (rd. 1,5h). Mit dem kleinen Hasen kommt man damit durch, er fährt gerne Auto. Mit anderen Kindern / Babys kann das nervig werden. Ich habe es ertragen, weil ich einen Jeep Wrangler hatte und sehr gerne Jeep Wrangler fahre. Zu viel Gilmore Girls in prägenden Jahren geschaut, was soll ich sagen? Ich wäre auch 3 Stunden zu einem schönen Strand gefahren, solange ich Loreley-Gilmore-mässig Jeep fahren kann. Aber es ist trotzdem schön, wenn man mehr Zeit am Strand verbringen kann, als auf dem Weg dorthin.

Letztendlich ein klassischer Anfängerfehler. Am Besten bucht man ein Hotel/Apartment im Nordwesten (Großraum Waikaloa oder Kailua-Kona), wo es wunderschöne Strände gibt. Dann arbeitet man sich gemächlich nach Südenosten über den Volcanoes National Park bis nach Hilo durch.

 

Tipptopp #3: Ein bis zwei Tage im Hawaii Volcanoes National Park einplanen

Der Park bietet einfach zu viel, um ihn nur einmal zu besuchen. Tolle Wanderwege, Lavafelder, einen Lavatunnel so groß, dass ein Bus durchfahren kann. Der Park ist groß, man sieht die erkalteten Lavaströme der verschiedenen Eruptionen über die Jahre – aber auch, wie sich die Natur zurückkämpft. Mit etwas Glück, Planung, dem richtigen Schuhwerk und ohne Kinderwagen kann man sogar zu Feldern wandern, an denen sich die Lava noch heute ihren Weg ins Freie bahnt – oder direkt ins Meer fließt. Das war uns mit dem Hasen im Schlepptau zu heikel. Beim nächsten Mal werde ich allerdings auf einen Helikopterflug über die Lava sparen!

Wunderschön soll auch ein Besuch nach Sonnenuntergang sein, wenn man mit etwas Glück die Lava im Halema‘uma‘u Krater glühen sehen kann. Bei Interesse sollte man sich überlegen, im Nationalpark zu zelten oder im schicken Volcano Inn zu übernachten.

Letztendlich ist der Park jedoch auch bei Tag und ohne fließende Lava wunderschön und wahnsinnig beeindruckend – Abendprogramm und Helikopterflug wären eher ein Schmankerl gewesen.

 

Tipptopp #4: Unbedingt nach Hilo fahren

Wir waren etwas unsicher, ob wir den Weg nach Hilo auf uns nehmen sollten – für eine kleine Stadt 2 Stunden Autofahren? Und dann soll es da immer regnen?? Wir haben es trotzdem getan und wurden mehr als belohnt. Hilo ist anders. Alternativ, gemütlich, ruhig und grün, grün, grün. Dank dem Regen! Hier gibt es einen Wasserfall, der morgens einen Dauerregenbogen wirft – mitten in der Stadt. Eine Straße, die direkt in den Regenwald führt und wieder hinaus – das alles auf 4 Meilen (freundlicherweise als 4-Mile-Scenic-Drive ausgeschildert…) und am Ende lockt bei What’s Shakin’ der mit Abstand beste Smoothie, den wir je getrunken haben (der Ehemann kommentiert seitdem jede Süßspeise mit „hält nicht mit dem Banana-Penutbutter-Smoothie, den ich da in Hilo am Ende der schönen Straße getrunken habe mit“). Überall gibt es Wasserfälle und Wanderwege und die Saddle Road, die zwischen den beiden Vulkanen hindurch zurück nach Kailua führt ist vielleicht nicht so spektakulär gewunden, aber mindestens genauso schön wie die Road to Hana.

Übernachtet haben wir im Grand Naniloa Hotel in Hilo, das einen tollen Blick über den Hafen aufs Meer hat. Das Hotel wurde vor nicht allzu langer Zeit wiedereröffnet – hat aber weiterhin etwas von seinem Retro-Charme behalten. Retrocharme und nagelneue Betten sind eine super Kombination – finde ich! Frühstücken und eigentlich immer sehr gut (und vegan) essen kann man  im Conscious Culture Cafe, hier gibt es auch den selbstgebrauten Kombucha.

Geregnet hat es natürlich auch! 20 Minuten Sturzregen mit ziemlich dramatischen Wolken über dem Meer. Dann war der Spuk vorbei und die Sonne schien wieder. Nun ja…damit kann ich leben!

 

Tipptopp #5: Zeit für die Strände nehmen

Man ist ja manchmal so mit Bucketlisten abhaken und über die Insel fahren beschäftigt, dass man das Schönste vergisst: Poke Bowl im Supermarkt einpacken und ab an den Strand. Davon gibt es sehr viele und sehr schöne. Für einen Ausflug mit Baby empfanden wir den Magic Sands Beach Park, den Anaeho’omalu Beach (A-Beach) und den Waikoloa Beach am Schönsten. Schattenplätze, Wellen, am A-Beach gab es sogar Liegen.

Zum Schnorcheln sollte man Two Step und Kahaluu Beach Park nicht verpassen – allerdings gibt es hier wenig Schatten – man sollte daher definitiv an einen Sonnenschirm denken.

 

Und last, but not least:

Wenn es einen in die Nähe von Captain Cook verschlägt: Frühstücken im The Coffee Shack! Nett, lecker und der schönste Ausblick, den man sich beim Frühstück vorstellen kann:

Coffee Shack View

 

Übrigens: Kailua-Kona und Hilo sind die großen Zentren in Big Island. Hier gibt es auch die großen Supermarkt- und Drogerieketten, die Bio-Babybrei, Bio-Milchpulver etc. pp. führen.