Japan mit Baby // Die Tour de Weltkulturerbe in der Kaiserstadt Kyoto

Japan mit Baby // Die Tour de Weltkulturerbe in der Kaiserstadt Kyoto

Wie immer bei dieser Reise haben wir Apartments in Städten gebucht, aus denen wir dann viele Ausflüge machen können, ohne ständig mit unserem stetig wachsenden Arsenal an Gepäck losziehen zu müssen. Eine gute Entscheidung, denn der Platz für Gepäck bzw. einen Kinderwagen in den Zügen ist begrenzt. Wer sich gerade fragt, wie Zugfahren in Japan funktioniert, dem schwärme ich gerne vor: In Japan gibt es den Schnellzug Shinkansen. Shinkansen, das ist ist Zugfahren, wie man es sich immer erträumt hat. Organisiert, ohne Verspätung, schnell, ruhig, komfortabel. Ich fahre eigentlich schon immer gerne Zug (außer in Deutschland!), aber Japan ist einfach so eine andere Nummer, dass ich aufpassen muss, nicht zu missionieren! So begeistert sind wir hier von dem Zugverkehr. Mein Mann träumt heute noch davon. Ich bin seitdem nur noch 1x in einen deutschen Zug gestiegen…der Kulturschock ist einfach zu groß!

Aber zurück zu Kyoto…

Aus Tokio kommend fällt einem zuerst einmal die Ruhe auf. Obwohl Kyoto mit 1,5 mio. Einwohnern und vielen, vielen Touristen sicherlich keine Kleinstadt ist, kommt es uns nach Tokio einfach so vor.

Kyoto, das wurde uns berichtet, ist Japan, wie man es sich vorstellt. Mit Geishas, Tempeln und Teezeremonien. Kyoto ist auch eine Stadt, in der man trockenen Fußes von einem Department Store zum nächsten gehen kann, mit dem Nishiki Markt einen überdachten Markt hat, der seinesgleichen sucht und wunderbaren Leckereien bietet und wo die Dichte an wahnsinnigen Tempeln uns einfach umhaut. Unglaubliche 17 Orte in Kyoto sind auf der UNESCO Weltkulturerbeliste!!

 

Egal wo man geht und steht ist ein Tempel, ein Kaiserpalast oder sonstiges, das einen zum Staunen bringt. Um alles in Kyoto zu sehen, muss man wohl einige Jahre hier leben. Wir entscheiden uns für ein Best of Kyoto und starten mit dem:

#1: Fushimi Inari-Taisha

Der erste Ausflug geht in das nicht weit entfernte Fushimi Inari-Taisha. Gemütlich mit dem Zug bis vor die Haustür. Der Fushimi Inari Tempel ist geprägt von schier endlosen Arkaden von roten Torij Bögen, die sich einen Berg hinauf schlängeln. Der Komplex besteht aus 5 Schreinen und die Wege sollen sich über 4km erstrecken. Leider kann man nicht alles mit dem Kinderwagen befahren, da es, je höher man kommt, immer mehr Stufen zu erklimmen gibt. Aber keine Angst – auch mit Kinderwagen kommt man hier ziemlich weit, wenn auch nicht ganz zur Bergspitze. Und auf dem Rückweg geht man einfach über die Hauptstraße, wo das leckerste „Fast Food“ angeboten wird.

 

#2: Arashiyama Bambuswald

Danach besuchen wir noch den Arashiyama Bambuswald, der mehr Instagram als tatsächliches Highlight ist. Die Fotos sind toll, der Waldweg durch den Bambus ist kurz, übersäht mit Touristen und irgendwie enttäuschend! Für uns ein klassiches: Don‘t believe the Hype (bzw. the Guidebook).

 

#3: Kinkaku-Ji

Kyotos goldener Tempel, “Kinkaku-ji” ist einer von Japans bekanntesten Sehenswürdigkeiten und nur eine kurze Busfahrt entfernt! Wir schaffen es gerade noch (und dank eines freundlichen Lächelns des kleinen Hasen) vor Torschliessung auf das Gelände und können den Tempel gemütlich umrunden.

 

Kinkaku ji Text klein

 

Übrigens: Ein Geheimtipp für Kyoto sind die Flohmärkte, die meistens am Wochenende auf den Tempelanlagen stattfinden! Hier gibt es nicht nur leckeres fast food, sondern auch alte Kimonos, Teesets, Souvenirs, Geschirr etc. etc. Definitiv einen Ausflug wert sind die folgenden Flohmärkte:

  • Toji Temple flea market (Kobo-ichi market)
  • Tenjin-san flea market (Kitano Tenmangu Shrine)
  • Tezukuri-ichi (Handmade flea market) Chionji Temple

 

#4: Gion und der Süden von Higashiyama

Ein Spaziergang durch Gion ist ein Muss, will man einen Einblick in das Japan, wie wir es uns so oft vorstellen (jaja, ich habe in der Pubertät die Geisha gelesen…). Gepaart mit einem Besuch des Tainai-meguri Tempels mit Blick über die Stadt ist es ein perfekter Ausflug für einen Nachmittag und Abend.

 

Japan Header

 

#5: Ausflug nach Hiroshima und zum Tori Gate in Miyajima

Wir lassen den meisten Ballast einfach in Kyoto in unserem Apartment und machen einen 2 Tages Ausflug nach Hiroshima und Miyajima. Ich bin froh, dass der Hase so klein ist und nichts versteht, mir schnürt Hiroshima den Atem ab. Absolut empfehlenswert ist das Hiroshima Peace Memorial Museum, das die Geschichte des Atomwaffenabwurfs sehr gut und – meiner Meinung nach – ohne mit den Fingern zu stark auf die USA zu zeigen, darstellt. Zum Glück wird das Museum gerade von einer Horde japanischer Grundschüler besucht, der Tohuwabohu macht die Verarbeitung des gesehenen wirklich erträglicher. Auch der Peace Memorial Park direkt vor dem Museum und der A-Bomb Dome sollte man sich ansehen, um ein Gefühl für die Zerstörung, die stattgefunden hat, zu bekommen.

Wer mit dem Japan Rail Pass anreist, kann übrigens vom Hauptbahnhof in Hiroshima kostenlos einen Hop on Hop off Shuttlebus zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt nutzen, toll, um einen Überblick zu bekommen und wenn man nicht allzu viel Zeit hat!

Hiroshima Memorial

Wir gehören nämlich zur Fraktion „nicht allzu viel Zeit“ und machen uns gegen Nachmittag auf nach Miyajima. Die Insel, die nur 20km von Hiroshima entfernt liegt, ist bekannt für ihr im Wasser schwebendes Torji aus dem Jahr 1875, dass den Eingang zu einem nicht weniger schönen Itsukushima Schrein markiert (Schrein und das Torii wurden übrigens 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt).  Wir schenken uns eine Übernachtung auf der Insel und können so das Torji bei Ebbe und Flut sehen, einen Spaziergang zum Berg Misen machen und endlich ein Onsen sowie ein Kaiseki Abendessen in einem der typisch japanischen Ryokans dies hier gibt, genießen. Das Ryokan Iwaso übertrifft übrigens all unsere Vorstellungen – man ist ja häufig mit Baby nicht wirklich glücklich, ein wahnsinnig teures „Gasthaus“ zu buchen. Ich habe immer Angst, der kleine Hase schreit nachts das gesamte Haus zusammen oder verdirbt uns das 10-Gänge Menü in dem es all die kleinen japanischen Schälchen abräumt. Das Schöne an einem Ryokan? Das Essen wird im Hotelzimmer serviert. Der Hase ist sowieso schon eingeschlafen – Hiroshima, die erste Fährfahrt, Rehe und ein Hotelzimmer mit Tatamiboden auf denen es sich perfekt rumrutschen lässt haben sie zermürbt. Die Eltern klatschen sich in die Hände, essen das erste Mal in ihrem Leben Kobe-Rind und bereiten sich auf den Onsen-Besuch vor. Und Achtung: nach dem Onsen Besuch wartet noch ein Mitternachtssnack auf uns. Ich will nie wieder weg! Leider sind wir aber nicht die Rockefellers. Wir nutzen den nächsten Tag für einen Spaziergang um die Insel und ihre weiteren Sehenswürdigkeiten, trinken noch einen (sehr guten!) Kaffee und fahren zurück in unser bescheidenes Apartment nach Kyoto.

 

 

Die Anreise nach Miyajima geht übrigens stressfrei mit Zug und Fähre von Hiroshima aus (Mit dem Japan Rail Pass auch kostenfrei). Einfach mit dem Lokalzug nach Miyajimaguchi fahren und von dort die Fähre nehmen. Wie immer in Japan ist alles gut ausgeschildert und man kann weder Zug noch Fähre verpassen.

 

Na, habt ihr Lust bekommen??

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