Japan mit Baby // Osaka und Koya-San

Japan mit Baby // Osaka und Koya-San
Koyasan 3
Okuno-in

Nach unserem Stop in Kyoto nehmen wir ein letztes Mal den Shinkansen und fahren in rd. 30 Minuten nach Osaka. Wir freuen uns auf eine relativ große Wohnung in typisch japanischem Stil: niedriger Tisch, Schlafzimmer mit Tatamiboden und Futons, große Küche – unsere Wohnung in Kyoto war relativ klein und wir merken, dass wir einfach mehr Raum brauchen, als dies in Japan normal ist.

Über Osaka an sich gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Nicht nur die drittgrößte Stadt Japans mit immerhin 2,7 Mio. Einwohner ist Osaka auch ein wichtiges Handels- und Industriezentrum mit einem der bedeutendsten Häfen des Landes. Wie so häufig in japanischen Großstädten ist auch Osaka geprägt durch grelle Lichter und viele Shoppingmalls. Wir sind mittlerweile wieder in der Stimmung um uns ins Getümmel zu stürzen und werden nicht enttäuscht. Das schöne an Osaka ist: man kann vieles zu Fuß erleben und muss nicht ständig Metro fahren (Nimm Dir ein Beispiel, Tokio du Riesenstadt!). Von der Namba Station aus kann man diverse Shoppingparadiese, das hippe Amerikamura sowie den berühmten Kuromon Ichiba Market zu Fuß erreichen. Wer gut plant (also nicht wir) sollte den Markt dann besuchen, wenn er auch tatsächlich hungrig ist. Osaka ist für seine gute Küche bekannt und der Kuromon Ichiba Markt zeigt, warum. Abgerundet wird alles mit dem obligatorischen Besuch in dem bunten und vollen Dotonbori. Osaka (und Dotonbori) soll gerade abends und nachts ein Knaller sein. Das können wir leider nicht beurteilen…

 

Osaka Castle

Nachdem wir uns müdegeshoppt haben, besuchen wir an Tag 2 das Schloss Osakas, das über der Stadt thront und sind mal wieder begeistert: mit Kinderwagen werden wir direkt an allen Schlangen vorbeigeleitet und haben einen extra Geheimknopf im Aufzug mit dem wir nach oben und unten fahren können. Daumen hoch hierfür, Osaka! Nicht nur das Schloss, das in 1583 gebaut wurde (natürlich ganz japanisch diverse Male in der Zwischenzeit neugebaut und renoviert wurde), ist einen Besuch wert. In dem 106 Hektar großen Park lässt es sich auch wunderbar spazieren und entspannen. Übrigens: das Schloss wird nachts erleuchtet. Wer also abends unterwegs ist, sollte sich das Schauspiel nicht entgehen lassen!

Und was kann man hier noch machen??

Wir haben uns – dem Tipp unseres AirBnB Hosts folgend – einen 2-Tages Osaka-Pass zugelegt. So können wir Ubahn fahren und uns diverse Sehenswürdigkeiten kostenlos ansehen. Da es auch hier gelegentlich regnet nutzen wir den Pass an einem Tag für unsere neue Leidenschaft: Onsen. In Osaka gibt es große Onsen mit vielen kleinen Onsen. De-facto eine Therme auf Japanisch. Schön nach Männlein und Weiblein getrennt. Wir machen uns auf zu einem Riesen-Onsen und nach nur etwa 1 Stunde herumirren am Rande von Osaka kommen wir an. Genervt, weil wir uns mal wieder verlaufen haben und wie immer mit viel zu viel Gepäck. Das ist aber alles vergessen, als wir – getrennt – durch die Tür zum Onsen gehen und uns durch gefühlt 20 Thermalbäder die innen und außen liegen baden. Seitdem träume ich übrigens von einem japanischen Onsen in Deutschland. Hat denn keiner Lust, eins für mich zu eröffnen??

 

Koyasan & Oku-no-in

Der Stadt mal wieder etwas müde geworden haben wir noch Zeit für einen letzten Ausflug aufs Land: wir packen leicht und lassen den Kinderwagen zurück, denn: es geht in die Berge! Rund 50 km nördlich von Osaka liegt der Mt. Koya, eigentlich mehrere Berge, voller buddhistischer Kloster. Wieder mal ein UNESCO Weltkulturerbe und wie bei Miyajima sage ich mal: zu Recht. Die Anreise ist schon ein kleines Abenteuer: geht es noch mit dem Zug bis nach Gokurakubashi, ab dann heißt es: mit der Zahnradbahn den Berg hinauf und dort angekommen ab in den Bus. Japanisch pragmatisch kann man in Osaka ein 2-Tages-Ticket für Bus und Bahn kaufen, an den Bahnhöfen Gokurakubashi und in Koyasan steht freundliches Personal, dass einem den Weg zum richtigen Bus weist. Habe ich schon erwähnt, dass ich diese japanische Effizienz einfach liebe?

Wir übernachten in einem traditionellen buddhistischen Kloster, ein weiteres Highlight unserer Japan Reise! In Koyasan gibt es rd. 100 Tempel, viele von Ihnen bieten Übernachtungsmöglichkeiten an. Dürfen wir mit Baby überhaupt ins Kloster? Kein Problem! Der Mönch, der uns empfängt hat selbst Kinder und es spielt sich das übliche Szenario ab: der kleine Hase lächelt den Mönch an, der Mönch lächelt den kleinen Hasen an, viele Kawaiis werden ausgetauscht und am Ende weiß ich mal wieder nicht, wer wen hier eigentlich um den Finger gewickelt hat! Zur Meditationsstunde schaffe ich es leider nicht, denn: es gibt ein Onsen im Kloster und ich tauche erst einmal ab. Und auf, denn wir haben einiges vor: Koyasan an sich ist voller Tempel, dir wir uns (leider im Regen) ansehen. Dann eilen wir zurück, denn das Programm geht weiter: ein buddhistisch-veganes Abendessen (Knaller! Sagte selbst der Ehemann!) und danach die Nachtführung auf dem Friedhof rund um Oku-no-in. Es hat zum Glück aufgehört zu regnen, der Hase schnarcht nach den ersten 10 Minuten auf dem Friedhof bereits seelig an Papas Brust. Oku-no-in ist in Japan sehr berühmt, erfahren wir. Im zugehörigen Mausoleum meditiert nämlich der Kobo Daishi, seines Zeichens Begründer des Shingon Buddhismus seit dem Jahr 835. Wir trotten mit der Gruppe über den nächtlichen Friedhof nach Hause – ein bisschen unheimlich ist es schon und ich bin ganz froh, dass wir diese Führung nicht alleine machen.

Am nächsten Tag wecken uns die Mönche zu Unzeiten zum Frühstück (Willkommen im Kloster). Mein Mann findet es klasse, Miso und Tofu um 6:30 morgens! Er mopst sich gleich mal die Notration Brot und Banane des kleinen Hasen. Danach geht es zur Feuerzeremonie. O-Ton des Mönchs: „No worries, the babies love it!“ Er behält natürlich Recht. Wer bin ich, dass ich einen buddhistischen Mönch anzweifle? Nach einem letzten Spaziergang durch diesen wundervollen Ort geht es gemütlich zurück zur Bergbahn und zurück nach Osaka.

BlogGiraffe Template